Berufliche Perspektiven schaffen: ein Nähprojekt für Frauen aus Suntakhan

 

Die Stimmung im kleinen Näh-Studio in Suntakhan ist ausgelassen. Auf dem Boden und an den Maschinen herrscht reges Getriebe, Stoffe werden vermessen, die unterschiedlichsten Muster gezeichnet und zurechtgeschnitten. Rund 30 Frauen aus der Region lernen, lachen und nähen hier derzeit gemeinsam jeden Tag.

Sie sind Teil des jüngsten Long Yang Projekts in Suntakhan, das Ende Juli mit dem Ziel startete Frauen durch gezielte Ausbildung eine berufliche Perspektive zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit der Akasha Academy sowie mit finanzieller Unterstützung der Schöck-Familien-Stiftung haben wir ein Ausbildungsprogramm für Näherinnen zusammengestellt.

Insgesamt bekommen 30 Frauen die Möglichkeit  innerhalb von drei Monaten praktische Grundkenntnisse im Nähen und Schneidern von einer erfahrenen Schneiderin zu bekommen. Betreut wird das Projekt von unseren Akasha Academy NGO Mitgliedern  Rinchen Lama und Hissi Dongala, die mit der Weberei „Sunny Pashmina“ ein erfolgreiches Unternehmen führt und den Teilnehmerinnen mit ihrer Erfahrung wertvolle Tipps für das eigene  Business geben kann.

Die meisten der zukünftigen Näherinnen sind hoch motiviert. Fortbildungsmöglichkeiten sind für nepalesische Frauen, die traditionell nach dem Schulabschluss heiraten und sich um das Familienleben kümmern, rar gesät. Mit dem Long Yang Nähprojekt bekommen Sie eine Perspektive auf ein eigenes Einkommen, mit dem sie sich von ihren familiären Strukturen unabhängiger machen können.

An sechs Tage pro Woche kommen die Frauen, aufgeteilt in zwei Gruppen, für jeweils zwei Stunden ins Näh-Studio, das eigens für den Workshop zur Verfügung gestellt wurde. Der Unterricht findet über die Mittagszeit statt, wenn die Kinder noch in der Schule sind, sodass möglichst viele Frauen teilnehmen können.

Hissi und Rinchen besuchen das Projekt regelmäßig und stellen von Mal zu Mal begeistert fest, wie schnell die Schülerinnen Fortschritte machen. Einige von ihnen zeigen große Begabung und sind besonders engagiert, das Gelernte anzuwenden.

Ziel ist es, dass die Frauen nach erfolgreichem Abschluss der Grundausbildung bereits erste Artikel produzieren und auf dem lokalen Markt verkaufen können. Da es in Suntakhan tatsächlich bisher keinen Schneider, aber einen Bedarf an Textilien gibt, stehen die Aussichten gut, dass die produzierten Kinderklamotten, Damenkleider usw. zufriedene Abnehmer finden werden.

Das Projekt findet bisher einen sehr positiven Anklang und einige der Frauen haben großes Interesse gezeigt, sich damit eine berufliche Perspektive schaffen zu wollen. Aktuell sind wir daher in Planung, die Frauen auch weiterhin dabei unterstützen und ihnen zu ermöglichen, ihre Kenntnisse in einem Aufbaukurs vertiefen und anschließend eine Kooperative gründen zu können.

Die Teilnehmerinnen am ersten Kurstag
Hissi, Simone (Long Yang e.V.) und Rinchen beim Projektbesuch

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